BLACK AND WHITE MOVIE

Making of

Von der Produktion einer Flamenco-Sologitarren-CD zur Idee für  "Black and White Movie"

Im Jahr 2009 ging Christian Kammerl von Deggendorf (Niederbayern) nach Ronda (Malaga). Nach einer 2-jährigen “Lehrzeit” bei verschiedenen Flamenco-Gitarristen entschied sich Kammerl, selber eine Flamenco-Gitarren-CD zu aufzunehmen.

 

Es gingen nochmal zwei Jahre ins Land, bevor es soweit war: mit Unterstützung einiger talentierter und erfahrener Musiker aus der Flamenco-Szene von Sevilla gelang es Kammerl die Produktion seiner ersten Flamenco-Gitarren-CD abzuschliessen. Die CD mit dem Titel “Ciudad Soñada” verkaufte sich einige Jahre recht gut u.a. an Touristen und Konzertbesucher.

Produktion des neuen Albums

mit eigenen Songs und Instrumentals

(Mix aus verschiedenen Stilen)

Durch die Produktion der Flamenco-CD hatte Christian Kammerl Anschluss an eine Gruppe von Musikern in der Region Sevilla gefunden, die mit Künstlern zusammenarbeiten, die in Spanien und zum Teil auch international erfolgreich in der Musikbranche tätig sind. Die meisten dieser Musiker sind nicht nur Meister im Bereich Flamenco sondern auch in verschiedenen anderen musikalischen Stilrichtungen zuhause. 

Zufriedene Gesichter nach den Aufnahmen in Sevilla von links nach rechts: Domi Serralbo, Sitin, Christian Kammerl, Christian Lettner, Alvaro Gandul und Patrick Scales

Während der Arbeit an der Flamenco-CD ergab sich während einer Pause eine günstige Gelegenheit und Kammerl stellte seinen Kollegen noch ohne weiterführende Hintergedanken eine Demo-CD vor mit einigen Songs, die er selber geschrieben hatte und die zum Teil schon vor seiner Zeit in Spanien entstanden waren.

Es handelt sich bei diesen Stücken um Pop-Musik mit englischen Texten bei denen Kammerl verschiedene Musikstile mischt, mit denen er sich im Laufe der Jahre beschäftigt hat (u.a. Rock, Pop, Blues, Soul, Jazz und Latin). Nach mehreren Jahren in Analusien überrascht es nicht, daß auch zunehmend spanische Elemente in Kammerls eigenen persönlichen Stilmix mit einfliessen.

Vor allem der Studio-Eigentümer und Ton-Ingenieur Domi Serralbo aus Moron de la Frontera bei Sevilla war es, der Kammerl letztlich dazu überredete, eine CD mit den oben genannten Stücken zu produzieren.

Christian Kammerl und Domi Serralbo im Studio bei Sevilla

Der Start mit Alvaro Gandul

Pianist Keyboarder und Arrangeur

Als erstes machte Domi, der Studio-Eigentümer Kammerl mit dem Keyboarder und Arrangeur Alvaro Gandul bekannt. Gandul ist in Spanien bekannt für seine Zusammenarbeit mit dem legendären Gitarristen und Songwriter Raimundo Amador, der in den 90er Jahren sogar zu Kammerls musikalischen Idolen gehörte, die er bewunderte und die ihn in seinem Werdegang als Musiker stark beeinflussten. Außerdem hat Gandul mit folgenden Künstlern in Spanien gearbeitet: Manolo Garcia (El Ultimo de la Fila), Maria Rozalen, Rosario Flores, Carlos Benavent ...

 Alvaro Gandul am Klavier

Als Kammerl und Gandul begannen die Arrangements für die Stücke der neuen CD zu erarbeiten, ahnten sie noch nicht, dass daraus eine drei Jahre dauernde, intensive Zusammenarbeit werden würde. In dieser Zeit fanden regelmäßig Treffen statt und es entstand auch eine Freundschaft mit Gandul den Kammerl nicht nur als talentierten Künstler sondern auch als  sehr liebenswürdigen Menschen zu schätzen lernte.

 

Nachdem sie es geschafft hatten, von jedem Stück eine Demoversion zu entwerfen, die sie völlig überzeugte, begannen sie damit, mit Musikern Kontakt aufzunehmen, die ihnen geeignet erschienen, die Stücke im Studio einzuspielen.

Kaffeepause und Gespräche über Musik mit Alvaro Gandul

Die Rhythmusgruppe aus München

Musiker-Wunschliste

Ganz oben auf der „Wunschliste“ von Musikern die Kammerl für die Produktion zu gewinnen hoffte, stand der Name Patrick Scales. Patrick ist ein wunderbarer Bassist und u.a. seit vielen Jahren festes Mitglied in der legendären Band „Passport“ des Saxophonisten und Komponisten Klaus Doldinger. Entsprechend groß war die Freude, als Patrick Interesse an der Produktion signalisierte. Nachdem er die Demoversionen der Stücke gehört hatte, sagte er sofort zu, nach Spanien zu den Aufnahmen zu kommen.

 

Es lag nahe seinen Freund und kongenialen Partner am Schlagzeug Christian Lettner mit dem Patrick seit vielen Jahren in diversen Formationen (u.a. „Passport“) zusammenarbeitet, zu fragen, ob auch er für die Produktion zur Verfügung stehen würde. Als er die Demoversionen der betreffenden Stücke gehört hatte, war auch Christian Lettner dazu bereit, bei dem Projekt mitzuwirken. 

Christian Letter, Christian Kammerl und Patrick Scales im Studio

Aufnahmesessions in Sevilla mit Luis Dulzaides

Ein deutsch-spanisches Projekt entsteht

Mit Alvaro Gandul an den Tasten, Patrick Scales am Bass und Christian Letter hatte sich nun eine Rhythmusgruppe zusammengefunden, deren Mitglieder in Europa und vielleicht sogar weltweit zu den Besten ihres Faches gehören. 

Hochmotiviert und inspiriert kamen die Musiker aus München im Juli 2017 nach Sevilla, wo sie sich mit den spanischen Kollegen trafen. Trotz der enormen Hitze hätte die Stimmung nicht besser sein können. Man merkte, dass die Musiker aus München den „Ausflug“ nach Andalusien und die Gelegenheit in einem absolut ungewohnten Umfeld zu arbeiten, genossen. Die spanischen Kollegen ihrerseits freuten sich über die Bekanntschaft mit diesen aussergewöhnlichen Musikern die manches auch naturgemäß aus einem anderen Blickwinkel sehen. 

Von der ersten Note an wurde aber allen Beteiligten schnell klar, daß hier an allen Instrumenten Meister Faches am Werk waren.

Ein spanisch-deutsches Musikprojekt war geboren. In den folgenden vier  Tagen bei tropischer Hitze fanden intensive Aufnahmesessions statt bei denen die Fundamente für die Produktion des neuen Albums gelegt wurden. Bei höchster Konzentration und in einer künstlerisch und menschlich hervorragenden Atmosphäre spielten die mitwirkenden Musiker 10 Stücke ein, die auf dem neuen Album erscheinen werden. 

Ergänzt wurde die Formation von Luis Dulzaides einem Perkussions-Künstler der Extraklasse aus Kuba. Luis lebt seit vielen Jahren in Madrid und gehört zu den besten Percussionisten im Bereich Latin und Pop. Er ist bekannt für seine langjährige Zusammenarbeit mit Stars im spanisch-südamerikanischen Raum wie Alejandro Sanz, Ketama, Miguel Bose … 

Angesichts des Talents und der Erfahrung der an der CD-Produktion beteiligten  Künstler konnte man schon ahnen, daß  hier ein ganz besonderes Werk entstehen würde. Als man nach mehreren Tagen Studioarbeit die ersten Ergebnisse hören konnte, wurde daraus Gewissheit.

Ausnahmslos alle waren begeistert von den Aufnahmen. Das “Abenteuer” war in musikalischer Hinsicht  schon ein Erfolg. Die Grundlage für eine deutsch-spanische Koproduktion war gelegt. Das Experiment Künstler aus den beiden Welten in denen sich Kammerl zuhause fühlt zusammenzubringen, war gelungen. Ein ganz eigener neuer Klang war geboren. Der enorme Aufwand hatte sich gelohnt.

Der kubanische Percussionist Luis Dulzaides

Aufnahme Chorgesang in London

Perfekte Abrundung der Produktion

Jetzt fehlten noch Chorgesang und Streicher um die Produktion perfekt abzurunden.

Nach der Begeisterung über die bereits erzielten Ergebnisse kam man schnell zu dem Entschluss: bei der Fortführung des Projektes dürften keine Kosten und Mühen gescheut werden, um auch beim Chorgesang ein Qualitätsniveau zu erreichen, das den bereits vorhanden Aufnahmen entsprechen würde. 

Kammerl, der in den 90er Jahren schon als Musiker und Student in London gelebt und gearbeitet hatte, frischte einige alte Kontakte aus der Zeit auf und entschied sich anzufragen, ob eine Zusammenarbeit mit dem vielleicht berühmtesten Gospelchors der Stadt dem “Soul Sanctuary Gospel Choirs” möglich wäre. Dieser Chor hat bereits durch seine Produktionen mit dem BBC London und die spektakulären Auftritte in der Saint Pauls Cathedral für Schlagzeilen gesorgt. 

Zunächst fanden mehrere Gespräche mit Miko Giedroyc dem Direktor des Chores statt. Es wurde vereinbart Proben der in Sevilla entstandenen Aufnahmen zu schicken. Da diese in London sehr großen Anklang fanden, konnte man dazu übergehen, eine Zusammenarbeit zu planen. Alison Beck (Gesang und Arrangement)  Chorsängerin und Arrangeurin des Soul Sanctuary Gospel Choirs bekam den Auftrag, die Arrangements für den Chorgesang für Kammerls Produktion zu schreiben. Nach mehreren Wochen intensiver Zusammenarbeit und Absprachen über Skype, Telefon und E-Mails waren die Arrangements fertig. Es wurde ein Studio gebucht und ein Termin fixiert zu dem Kammerl nach London reiste um den Aufnahmen beizuwohnen. Die Aufnahmen fanden am 6. und 7. Oktober 2017 in den Church Studios (bzw. Crypt Studios) in Crouch End (London) statt.

Mitglieder des Soul Sanctuary Gospel Choir bei den Aufnahmen mit Christian Kammerl

Dieses Studio kann auf eine eindrucksvolle Geschichte zurückblicken. In den 80er kaufte Dave Stewart (Eurythmics) eine alte ehemalige Kirche im Norden Londons, richtete dort mehrere Tonstudios ein und nannte sie Church Studios.

Hier haben neben den Eurythmics schon Bob Dylan, Radiohead, Elvis Costello, U2 und in letzter Zeit Adele aufgenommen. 

Streicher des Symphonieorchesters Sevilla

spielen Arrangement für ein Instrumentalstück

Bei den 10 Stücken, die auf dem neuen Album erscheinen sollen, mischen sich hauptsächlich Pop, Rock, Blues, Jazz, Soul und Latin. Nach einem fast 9-jährigen Aufenthalt in Andalusien fliessen aber auch vermehrt spanische Elemente in den Stilmix aus dem Christian Kammerls Musik entsteht, mit ein. Dies wird besonders bei dem Titel “Ciudad Soñada” deutlich. “Ciudad Soñada ist ein Flamenco-Gitarren-Instrumentalstück dessen Name sich auf die Stadt Ronda bezieht (Rainer Maria Rilke nannte Ronda die “geträumte Stadt”. Die spanische Übersetzung lautet “Ciudad Soñada“).

Alvaro Gandul der Arrangeur schrieb ein wundervolles Streicherarrangement für “Ciudad Soñada“, das von einem Streicherensemble bestehend aus Mitgliedern des Symphonieorchesters Sevilla eingespielt wurde. Einen ausgesprochen andalusischen Charakter bekommt das Stück durch die authentische Flamenco-Perkussion-Grundlage die mit Domi Serralbo junior, dem Sohn des Studiobesitzers aufgenommen wurde.

Streicherensemble nach den Aufnahmen für Ciudad Soñada

Rückkehr nach Deutschland

mit dem neuen Album im Gepäck

Da der Abschluss der Arbeiten an der CD zeitlich mit der Rückkehr nach Deutschland zusammenfiel, entschloss sich Kammerl die CD in Deutschland mischen zu lassen. Nachdem Demos an den Toningenieur Markus Born in Mannheim geschickt worden waren, kam eine begeisterte Antwort zurück: „Ich freue mich schon tierisch …“  Markus Born ist in Deutschland bekannt für seine Zusammenarbeit mit den „Söhnen Mannheims“, Xavier Naidoo und Edo Zanki. 

Christian Kammerl mit Markus Born in Sandhausen

Als das Album fertig gemischt war, machte es noch eine letzte Reise nach Wien zu Christoph Stickel, einem weit über die deutschsprachigen Grenzen hinaus bekannter Toningenieur. Durch das Mastering von Christoph Stickel bekam das Album den letzten Schliff und ist nun fertig für die Veröffentlichung.

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